Betriebswirtin 2013 | Mein Weiterbildungsstudium bei der VWA

Sonntag, Oktober 20, 2013

"...Wenn die 3 Jahre vorbei sind, wisst ihr nicht, wie ihr den Montagabend verbringen werdet..." Dieser Spruch kam zu Beginn meiner Studienzeit von meinem Mathematikdozent. Einerseits hat er recht gehabt und andereseits kann ich diese Abende doch mit etwas sinnvollem füllen.

Ich möchte euch heute ein wenig über mein nebenberufliches Weiterbildungsstudium erzählen, nachdem ich diesen Erfolgreich absolviert habe. Die letzten 3 Jahre waren eine heftige und doch glückliche Zeit, die ich nun mit euch teilen möchte.

Begonnen habe ich meinen Berufsweg 2007 mit der Ausbildung zur Industriekauffrau. Da ich "nur" einen Realschulabschluss hatte, kam für mich nur eine Ausbildung in Frage. Ich hatte nicht wirklich Lust, weiterhin auf die Schule zu gehen und abhängig von meinen Eltern zu sein.
Meine Bewerbungsphase begann schon relativ früh, da ich von meinem Vater sozusagen getriezt wurde. Das bereue ich heute, weil es keinen Sinn machte, in der 8. Klasse nach einer Ausbildung zu suchen.
Meine Ausbildung ging 2,5 Jahre und habe meine Ausbildung zur Industriekauffrau im Januar 2010 erfolgreich abgeschlossen. Jetzt war natürlich die Frage, was mache ich nun? Bleibe ich auf dem Ausbildungsstand? Was will ich zukünftig erreichen? Diese Fragen habe ich mir alle gestellt, bis ich zum Entschluss gekommen bin, eine Weiterbildung anzufangen.

In Zusammenarbeit mit unserer Personalentwicklung informierte ich mich über die verschiedenen Möglichkeiten und machte dann auch Vergleiche. Da ich mich Anfang 2010 nicht für einen Berufsweg entscheiden wollte, entschied ich mich letztendlich für eine Weiterbildung zum Betriebswirt. Diese Option hielt meine Zukunft relativ weit offen, da ich trotzdem noch in fast jedem Bereich eines Unternehmens einsetzbar sein werde. Zum Schluss standen dann noch zwei Weiterbildungsinstitute zur Debatte. IHK oder VWA (Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie). Von der VWA hatte ich bis dato noch nie etwas gehört. Trotzdem habe ich mich am Ende für die VWA entschieden und dabei haben mich folgende Punkte beeinflusst.

Institut: IHK VWA
Voraussetzung: abgeschlossene Ausbildung und Fachkaufmann oder Fachwirt Kaufleute mit abgeschlossener Ausbildung, Fachkaufleute und kaufmännische Fachwirte (Anrechnungsmöglichkeit), Hochschulabsolventen (Anrechnungsmöglichkeit bei verwaltungs- und wirtschaftswissenschaftlichen Abschlüssen), staatlich geprüfte Techniker, Industrie- und Handwerksmeister sowie Angehörige des gehobenen und höheren Dienstes mit mindestens einjähriger Berufspraxis, bei der kaufmännische bzw. wirtschaftliche Kenntnisse erforderlich sind
Kosten: Fachwirt: ~3.200 €
Betriebswirt: ~3.000 € ohne Lehrmittel und Prüfungsgebühren.
Prüfungsgebühr ~705 €
Vorkurse: 90,- € je Vorkurs
Grundstudium (1. - 4. Sem.): 550,- € je Semester
Hauptstudium (5. + 6. Sem.): 600,- € je Semester
Prüfungsgebühr: 550,- € einmalig
Insgesamt: ~3.950 € ohne Vorkurse
Veranstaltungstage: Di, Do + Sa oder
Mo, Mi + Sa
Mo, Mi, Fr 17:30 - 20:45
Veranstaltungstort: Stuttgart Stuttgart
Dauer: Fachwirt: 1,5 Jahre
Betriebswirt: 2 Jahre
3 Jahre, 6 Semester
Dozenten: Praxiserfahrene Fachdozenten überwiegend Professoren aus Universitäten und Hochschulen, sowie erfahrene Praktiker aus Wirtschaft, Verwaltung und Justiz
Klausuren: mehrere Fächer nach Semsterende in regelmäßigen Abständen verteilte Klausuren.
Prüfung: 2 Prüfungen zum Fachwirt und zum Betriebswirt. Die Wirtschaftsdiplom-Prüfung findet am Ende des 5. Semesters und des 6 Semesters statt.
Titel: Staatl. Geprüfter Betriebswirt (IHK) Betriebswirt (VWA)
Alle Preise und Daten können sich im Laufe der Zeit ändern und ich übernehme keine Verantwortung für die Richtigkeit. Diese Daten habe ich von der IHK und VWA übernommen. Weitere und konkrete Informationen findet ihr auf den jeweiligen Webseiten. 

Das waren die Fakten, die ich gegenübergestellt habe. Durch die Punkte Veranstaltungstage, Kosten, Dauer und Prüfungen haben mich dazu bewegt, bei der VWA anzufangen.

Ich wollte keinen Samstagsunterricht, keine 10.000 € Weiterbildungskosten und so wenig wie möglich an einer Prüfung teilnehmen. Ich habe schon mit einigen Absolventen gesprochen, die ihre Weiterbildung bei der IHK absolviert haben und bin heute immernoch der Meinung die richtige Entscheidung getroffen zu haben.


Mein Weiterbildungsstudium begann für mich im September 2010 mit Vorkursen in Wirtschaftsmathematik. Wie ihr sehen könnt, sind zwischen meiner Abschluss zur Industriekauffrau und Beginn meines Betriebswirtes nicht mal 1 Jahr Berufserfahrung vergangen. Das war nur möglich, da ich meine Ausbildung mit einer besseren Note als 2,4 abgeschlossen habe. Sonst hätte ich erst ein Jahr später beginnen können.

Man konnte Vorkurse für externes Rechnungswesen und Wirtschaftsmathematik besuchen. Wobei sich diese zum offiziellen Semesterbeginn wiederholt haben. Meine Empfehlung ist auf jeden Fall den Vorkurs in Wirtschaftsmathematik zu besuchen. Externes Rechnungswesen wiederholt sich wirklich 1 zu 1 in den richtigen Vorlesungen. Daher hier nicht wirklich erforderlich. Bei wem es natürlich etwas länger her ist, durchaus empfehlenswert.

Das 1. Semster begann offiziell im Oktober 2010 mit einer Auftaktveranstaltung. In diesem Semster hatten wir Wirtschaftsmathematik, externes Rechnungswesen, Volkswirtschaftslehre, Bürgerliches Recht, Wirtschaftsinformatik und Allgemeine Betriebswirtschaftlehre. Ebenso folgen hier 3 Probeklausuren in BWL, VWL und Recht.

Im 2. Semster durften wir gleich mal mit einem Test in Wirtschaftsmathematik starten, welches wir bestehen mussten, um für die Prüfungen zugelasssen zu werden. Hier hatten wir dann auch verschiedene Fächer in BWL, VWL und Recht, die wir zum Teil vertieft hatten. Im 2. Semster folgten dann unsere ersten Studienklausuren.

Im Grundstudium (1. bis 4. Semster) haben wir in BWL 5 Studienklausuren, von denen wir nur 2 bestehen mussten. In VWL und Recht jeweils 3, von denen wir jeweils nur 1 bestehen mussten.
Im Hauptstudium (5. und 6. Semester) mussten wir in BWL, VWL und Recht jeweils zwei Studienklausuren schreiben, von denen wir nur jeweils eine bestehen mussten.
Wie oben erwähnt, zählte der Test in Wirtschaftsmathematik ebenfalls zur Zulassungsvoraussetzung zur Prüfung. Im 3. oder 4. Semster folgte dann noch ein Fachvortrag, den wir ebenfalls bestehen mussten. Hatten wir alle Voraussetzungen zur Prüfung erfüllt, konnten wir ohne Probleme in das 5. Semester versetzt werden.

Unsere Prüfungen begannen Ende des 5. Semster, also Anfang 2013 und sah folgendermaßen aus. Anfang des 5. Semesters wurde unser Studiengang in 2 Kommissionen unterteilt. A und B. Kommission A hatten zum Beispiel andere Prüfer, als Kommission B.
Im Februar hatten wir in Rechtswissenschaften eine 4 stündige schriftliche Prüfung. Jede Kommission bekam zwei Dozenten vorgegeben, von denen man am Prüfungstag nur einen Dozenten aussuchen konnte. Die mündliche Prüfung in diesem Fach folgte Anfang März. Hier wurde uns der Dozent festgelegt.
In VWL hatten wir die schriftliche Prüfung im Mai. Hier war die Prüfung anders, als in Rechtswissenschaften. Unsere Kommission hatte 2 Dozenten, die jeweils 4 Themengebiete zur Verfügung gestellt haben. Hier mussten wir uns jeweils ein Themengebiet jedes Dozenten aussuchen und bearbeiten.
Unsere BWL Prüfung hatte sich in zwei Prüfungsteile gesplittet. Anfang Juli BWL 1 und Ende Juli BWL 2. BWL 1 lief genauso ab, wie die VWL Prüfung. BWL 2 hingegen war anders. Da hatten wir ein Fach als Plichtfach und hatten 4 Wahlpflichtfächer. Wir mussten uns eines der Wahlpflichtfächer aussuchen und bearbeiten.
Die mündliche Prüfung folgte erst Anfang September an einem Tag. Meine war am 9. September. Begonnen habe ich um 11 Uhr mit der VWL Prüfung, hatte dann 30 Minuten Pause und dann folgte die BWL Prüfung.

Seit diesem Tag an war ich nun Betriebswirtin. Wer in Instagram aufgepasst hat, hat mitbekommen, dass ich am Freitag meine Diplomverleihung hatte. Und nun darf ich mich offiziell Betriebswirtin schimpfen^^. Alles habe ich nebenberuflich gemacht. Bisher hat mir der Betriebswirt noch nicht wirklich was gebracht, aber das wird sich auf jeden Fall ändern =) Für meine berufliche Zukunft habe ich noch einiges vor.

Aber ich bin noch lange nicht fertig mit dem Lernen ;-) Ich verrückte :D
Seit dem 10. Oktober mache ich nun mein berufsbegleitendes Studium zum Bachelor of Arts bei der VWA in Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen. Alles, was wir im Betriebswirt gemacht haben wird bei dem Bachelor angerechnet und ich kann mich auf Praxisberichte, Seminararbeiten und die Bachelorarbeit konzentrieren.

Ich bin gespannt, wie das Studium wird und freue mich wieder neue Bekanntschaften zu machen.


Was macht ihr momentan? Schule, Studium, Arbeiten oder das was ich mache? 
Ich bin gespannt und freue mich auf eure Erfahrungen.

Eure Geri ♥

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11 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch! Du kannst stolz auf dich sein!

    Ich habe es vor zwei Jahren auch begonnen, musste aber durch einen Jobwechsel unterbrechen.
    Ich hoffe sehr, es zu Ende bringen zu können, irgendwann!

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    1. Das ist echt ärgerlich. Ich hoffe, dass du bald wieder anfangen kannst. Wünsche dir dabei viel Erfolg =)

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    2. Glückwunsch! Tolle Leistung!
      Ich mache meinen Betriebswirt an der VWA in Mannheim und bin aktuell im 5. Semester. Werde anschließend ebenfalls den Bachelor noch machen. Wünsche dir weiterhin viel Erfolg! LG Krissy

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    3. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg!
      Hätte mich fast dafür entschieden, meinen Bachelor in Mannheim zu machen, da er dort n Tausender günstiger angeboten wird. aber der Weg war mir n bissl zu weit :D

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  2. Glückwunsch! Echt ne tolle Leistung :-)

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  3. Super das du es geschafft hast und jetzt noch weiter machst. Glückwunsch.
    Ich mach nebenberuflich den staatlich geprüften Betriebswirt an einer FH. Und bin im Dezember fertig. Ich weiß wie anstrengend es ist. :)
    LG

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    1. Wünsche dir auch viel Erfolg dabei! Das packst du =)

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  4. Hey, Glückwunsch!!
    Ich studiere auch an der VWA (daher auch die Nachfrage auf Twitter bzgl. Bachelor) und derzeit im 5. Semester..Ich war etwas überrascht dass du den Bachelor danach "einzeln" machst, denn bei mir ist der direkt mit dabei.
    ich studiere 7 semester: 1-3. semester grundstudium, nach dem 2. semester abschlussprüfung der kfm. ausbildung (wahlweise bürokauffrau, industriekauffrau, groß-und außenhandel) --> habe schon ne abgeschlossene ausbildung, das fiel also für mich weg ;) 4-6. semester hauptstudium + 7. semester spezialisierung. im 6. semester steht die BT an, nach dem 6. semester bin ich betriebswirtin VWA und nach dem 7. semester gibts den Bachelor of Art der FH.
    welche spezialisierung(en) kannst du wählen? ich habe leider relativ wenig auswahl: internationales marketing ist vorgegeben und dann kann ich wählen zwischen controlling, finanzwirtschaft und logistik..

    Viele grüße,
    rocket belle

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    1. Hi rocket belle!
      Bei uns läuft das alles ganz anders ab. Grundvoraussetzung für die Weiterbildung ist eine abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung mit entsprechender Berufserfahrung. Der normale Betriebswirtstudiengang geht 6 Semster (1-4 Grundstudium und 5+6 Hauptstudium). Wer die Vorausseztungen erfüllt, kann ab dem zweiten Semester den Bachelor nebenher machen und macht dafür 1 Semester mehr (also 7 Semester). Die Voraussetzung für den Bachelor wäre hier für mich das Abi gewesen. Weil ich das leider nicht hatte, konnte ich den Bachelor nicht nebenher machen.
      Daher wurde für uns ein Anschlussstudium angeboten, bei dem wir in einem Jahr den Bachelor absolvieren können.

      Wie ich oben beschrieben habe, gibt es während unserer Prüfungsphase 7 Prüfungen, die wir schriftlich und mündlich ablegen müssen. Wir haben also daher keine Vertiefungsphase (Spezialisierung) oder ähnliches. Nach 6 Semster habe ich dann den Betriebswirt (VWA)
      Und in einem Jahr den Bachelor of Art. Aber auch hier haben wir keine Spezialisierung. Wir schreiben während dem Bachelor 3 Klausuren in Team- und Mitarbeiterführung, Statistik und Wirtschaftsenglisch. Schreiben 2 Praxisberichte, 2 Seminararbeiten und 1 Bachelorarbeit, die von Juli 2014 bis September 2014 geht.
      Und das war's.

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